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14.05.2011 - Sunflower Festival
Der Otsch Blog
Interview mit einem Vambier!
Wie vielleicht einige gelesen haben, sind letzte Woche ein paar Statements von mir in den Oberösterreichischen Nachrichten in einem Artikel zu Oberösterreichischer Dialektmusik erschienen. Und damit ich mir nicht umsonst so lange Zeit genommen habe, hier nochmal die komplette Befragung:
OOEN: Warum ist Mundart deine musikalische Ausdruckssprache?
Der Otsch: Warum ich Mundart singe, hat mehrere Gründe.
Zum einen verleiht es mir Authentizität. Aus meinem Munde würde es wohl etwas gekünstelt klingen, wenn ich mich auf eine Bühne Stelle und singe "Mach dir nicht ins Hemd". Natürlich ist Musik Kunst und da darf man künsteln, aber ich finde es liegt mir einfach nicht. Wenn dann muss das Charakter haben wie zB beim Falco. Aber warum mich in irgendeine Rolle zwängen, wenn ich es einfach in meiner eigenen Sprache, die ich tagtäglich spreche und die mir Spaß macht, sagen kann: Scheiß di net o!
Zum anderen bietet die Mundart für mich humoristische Möglichkeiten, die andere Sprachen nicht haben. Für mich als Österreicher klingt "Du bleda Krampn" einfach weitaus witziger als "Du dumme Kuh" oder "Du blöde Zicke". Wobei für "Krampn" wohl eben gar keine Übersetzung existiert. Das Ganze hat natürlich den Nachteil, dass das mein Zielpublikum beträchtlich schmälert, doch dieses etwas kleinere Zielpublikum, kann ich damit sehr individuell beglücken. Songtexte in "Fremdsprachen" existieren wohl ohnehin im Überfluss und dominieren auch leider den Österreichischen Markt.
Ich habe auch schon englischsprachige Songtexte geschrieben. Was auch seine Vorteile hat. Ich bin auch stolz auf meine älteren Lieder. Jedoch haben die Inhalte meiner Songs, für mich schon einen relativ hohen Stellenwert und das Publikum bzw. mein hier heimisches Publikum bekommt von meinen Mundarttexten doch viel mehr mit als von den englischsprachigen Sachen.
OOEN: Wie wichtig ist dir, dass deine Texte auch verstanden werden und beim Publikum ankommen?
Der Otsch: Wie eben schon erwähnt ist mir das schon sehr wichtig. Ich setze mich nicht umsonst hin und schreibe stundenlang an Texten, wenn ich nicht wollte, dass sich jemand Gedanken darüber macht. Wer mich als Hohle-Phrasen-Drescher sieht, hat mich wohl nicht ganz verstanden.
Ich bin auch der Meinung ein Songtext darf ruhig für jeden ein bisschen etwas anderes bedeuten und es darf jeder etwas anderes hineininterpretieren, Hauptsache er bietet einem irgendetwas. Einen Songtext zu schreiben, den jeder Hörer so versteht, wie vom Schreiberling gedacht, ist meiner Meinung nach kaum möglich. Ich bin jedenfalls keiner, der nicht versucht so viel Sinn und Denkanstoß wie möglich in seine Texte zu packen.
OOEN: Was zeichnet den oberösterreichischen Dialekt aus?
Der Otsch: Schwierige Frage. Ich denke, wir Oberösterreicher versuchen die Dinge nicht so ernst klingen zu lassen und alles ein wenig zu verniedlichen. Die richtigen Hardcore Oberösterreicher sprechen keine harten Konsonanten wie P oder T. Man sagt Broletn (Proleten), Brosdada (Prostata), Borno (Porno), a Haferl Dee (eine Tasse Tee), zwoa Dausnda (2.000 €), etc.
Oder man sagt zB: Wos liegt des pickt. Rien ne va plus klingt für mich gleich viel dramatischer.
OOEN: Ist es nicht auch ein Problem für Dialektmusiker, dass ihr Radius meist nicht so weit reicht? Eine Karriere in Deutschland ist damit ja beinahe ausgeschlossen?
Der Otsch: Man kann es als Problem sehen. Andererseits glaube ich bietet diese kleine Zielgruppe, die meinen Dialekt versteht noch mehr Potential, als man vielleicht glauben möchte. Es stimmt schon, dass eine Internationale Karriere mit Dialektmusik so gut wie ausgeschlossen ist, aber I scheiß mi hoit net o ;).
OOEN: Wer sind für dich die führenden Vertreter der Dialektmusik in Österreich?
Der Otsch: Meine persönlichen Favoriten sind unter anderem Krautschädl, Manuel Normal, Attwenger, Texta, Skero, der blonde Engel, Fotzhobl und ich sag' jetzt einfach mal der Austrofred macht ja irgendwie auch Dialektmusik, wenn er sich auch die letzten Jahre eher auf andere Dinge konzentriert hat. Ich hoffe ich habe niemand wichtiges vergessen. Einen Lukas Plöchl zähle ich jedenfalls nicht dazu.
OOEN: Warum glaubst du, dass Dialektmusik noch immer so wenig im Radio gespielt wird, obwohl sie in den letzten Jahren immer populärer wurde?
Der Otsch: Wenn ich so darüber nachdenke, gibt es nach wie vor desöfteren erfolgreiche Dialektmusik. Vielleicht liegt der geringe Anteil der Dialektmusik im Radio auch einfach daran, dass der Anteil der Dialektmusik am gesamten Musikgeschehen in Österreich gar nicht wirklich hoch ist.
OOEN: Was sind deine Pläne für 2011?
Der Otsch: Urlaub machen, mir einen Bart wachsen lassen und die Weltherrschaft an mich reißen. Nein, Spaß bei Seite. Ein neues Album wird es von mir heuer wohl eher noch nicht geben. Ich werde weiterhin an der Popularität meines Albums (Scheißts eich net o) arbeiten, möglichst viele Konzerte spielen, an neuen Liedern arbeiten und vielleicht das eine oder andere als online Single publizieren. Und Urlaub machen.
Nudismus und seine Folgen!
Die Leute, die mich kennen fragen sich ja desöfteren, wie ich auf den Blödsinn komme, den ich manchmal so von mir gebe. Ich kann es leider selbst auch nicht mehr wirklich nachvollziehen, aber gerade eben habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie schwer man es als richtiger Nudist in unserer heutigen Gesellschaft wohl haben muss. Solange man sich zuhause in seinen eigenen vier Wänden bewegt, dürften sich die Probleme wohl noch in Grenzen halten. Wenn dich die Leute dort sehen, dann fällt das ja wohl eher unter spechteln und eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses hat da wohl eher geringe Chancen.
Betritt man aber ohne die heute handelsüblichen Textilien zur Körperbedeckung die Öffentlichkeit, wird man wohl nicht allzu weit kommen.
Gehen wir mal einen typischen Tag in meinem Leben durch. Ich wohne momentan noch in einer WG mit 7 anderen Leuten. Gut, das sind recht weltoffene Menschen und würden mir morgens wahrscheinlich mit einem "Morgen…gefällt mir dein neuer Anzug" begegnen. Dann mache ich mich auf den Weg zu meinem Arbeitsplatz. Am Weg zur Straßenbahn-Haltestelle würde ich wahrscheinlich bereits 2, 3 Unfälle verursachen und wenn ich nicht schnell genug weg bin, würde ich jetzt bereits zum Posten geschleppt werden. Nehmen wir an ich schaffe es in die Bim. Dort wäre es einerseits wahrscheinlich recht angenehm, weil ich mir den Sitzplatz aussuchen kann. Aber - ich hätte gerade nach dem Personenbeförderungsgesetz in Österreich gegoogelt, allerdings nur das deutsche gefunden (und dabei festgestellt, dass dich ein deutscher Busfahrer nicht mitnehmen muss, wenn du ekelerregende oder ansteckende Krankheiten hast…soviel dazu) - jedenfalls glaube ich aus meiner Schulzeit noch zu wissen, dass es gewisse Bestimmungen dazu gibt und dich ein Bim- oder Busfahrer nicht zwingend mitnehmen muss. Aber angenommen ich komme irgendwie bis an meinen Arbeitsplatz, wahrscheinlich würde mich mein Chef sofort wieder nach Hause schicken, oder mich zwingen mich zu bekleiden. Aber nehmen wir einmal an, mein Chef hat einen schlechten Tag, die halbe Nacht durchgearbeitet und glaubt er halluziniert und ich kann ungehindert meine Arbeit verrichten.
Ich überstehe den Tag unbeschadet bis 12. Mein Magen knurrt. Ich beschließe zum Spar 2 Häuser weiter zu gehen. Die Frau an der Wursttheke fällt in Ohnmacht, ich hole mir also ein Paar Frankfurter zum halben Preis aus der Kühlung. Ich gehe zur Kasse. Die Kassiererin drückt mir 2 Barbie-Überaschungseier in die Hand und bittet mich das Gebäude zu verlassen. Wo man hinschaut nur Nudistendiskriminierung, aber ich sehe darüber hinweg, sage freundlich "Tschüss mit Ü" und lasse im hinausgehen noch absichtlich ein Ü-Ei fallen und hebe es, der Kassiererin meinen Allerwertesten präsentierend, auf.
Zurück im Büro wo mein Chef an einer Flasche Baldriantropfen nuckelt. Um 2 Uhr habe ich eine Videokonferenz mit einer Schweizer Firma. Nach meinem Grüezi wohl richtung Webcam höre ich die Maus der Schweizer klicken. Die Videokonferenz bei der ich mit Hilfe eines Flipcharts erkläre warum Sex sells, steht wenige Minuten später auf Youtube. Ich freue mich zu Feierabend über 3 Millionen Aufrufe des Videos, denn die Schweizer haben beschlossen die Einnahmen aus den kleinen Werbehinweisen im Video zur Gänze mir zu spenden. Ich will gerade gehen läutet noch das Telefon, ich überlege kurz, gehe dann aber doch noch ran. Am anderen Ende der Leitung ist ein Redakteur der Krone Zeitung und fragt mich "Bist du der nackerte von Youtube?". Er bittet mich um ein kurzes Interview und in diesem Moment verliere ich den letzten Funken Hoffnung in uns Österreicher. Da publiziert man über Jahre supergute, frische, neue, sozialkritische Musik und bleibt nahezu unbemerkt im Underground, was mir allerdings nicht viel ausmacht, weil ich kann das eh nicht brauchen, dass mich der Heinzl jede zweite Woche irgendwo deppert anquatscht. Aber durch so eine Aktion innerhalb kürzester Zeit im ganzen Land bekannt zu werden, das stimmt mich traurig. Ich beschließe, mich von der Nibelungenbrücke zu stürzen.
Ich verlasse das Büro. Um mich herum höre ich die Leute flüstern: "Sog amoi is des da…jo des isa". "Nockabazl", schreit der erste. Als ich zu laufen beginne bildet sich nach und nach hinter mir eine Menschentraube. Da ich ja Raucher bin, fällt es mir schwer, aber ich erreiche mit letzter Kraft als erster die Nibelungenbrücke, stelle mich auf das Geländer und erschrocken bleiben die Menschen stehen. Ich beuge mich vor und hebe die Hand um zu signalisieren, dass ich nur noch ein paar Sekunden brauche um wieder richtig Atmen zu können. Ich reiße mich wieder zusammen, richte mich auf und mit ernster Mine verkünde ich: "Nehmt diesen Akt..."…(man hört ein paar Leute kichern)…"...Des is jetzt genau net lustig! Nehmt diesen Akt meiner Verzweiflung als Zeichen meiner tiefen Verachtung gegen die Textilindustrie und das, was Sie aus unserer Gesellschaft gemacht hat!". Mit diesen Worten verabschiede ich mich von dieser Welt.
Man würde also wohl keinen ganzen Tag nackt überleben. Zumindest nicht in einer österreichischen Stadt (In New York soll es ja diesen Naked Cowboy geben, aber der hat ja auch eine Unterhose an.). Deshalb heißt es wohl auch ums nackte Überleben kämpfen.
Was der Bauer net kennt, des frisst er net.
Was der Bauer net kennt, des frisst er net.
So scheint es mir jedenfalls. Headliner am Bründl Open Air 2009 waren Nachlader und The Incredible Staggers, was damals allerdings nicht recht viele Zuschauer aus ihren Häusern locken konnte. Gut, es hat geregnet…oder hat es sogar geschneit…bin mir nicht mehr ganz sicher...ich war allerdings trotzdem beeindruckt, als ich dann letzten Freitag bei (nichts gegen Rock solid racers und Supervision) nicht ganz so prominenten Headlinern vor einem recht beachtlichen Publikum spielen durfte.
Und ich denke ich kann sagen, es war ein voller Erfolg. Auch wenn ich kein großes Transparent mit meinem Namen drauf an der Bühne befestigt habe, sondern auf mein altbewährtes Otsch-Holzschild (dass ich dann in der Eile leider dort vergessen habe *doh*) zurückgreifen musste. Ist vielleicht sogar sinnvoller, denn wenn ich das Holzschild auf der Bühne herumtrage, bewegt es sich ja logischerweise und lenkt die Aufmerksamkeit auf sich und ein jeder denkt sich: "Ah ja, das ist jetzt der Otsch, das schau ma uns an.". Nur ein einziger hat das wohl verschlafen und kam nach dem Auftritt zu mir und fragte mich ob da gerade Supervision gespielt hätten.
Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an den Veranstalter. Veranstaltungen wie diese lob ich mir.

OOEN: Warum ist Mundart deine musikalische Ausdruckssprache?
Der Otsch: Warum ich Mundart singe, hat mehrere Gründe.
Zum einen verleiht es mir Authentizität. Aus meinem Munde würde es wohl etwas gekünstelt klingen, wenn ich mich auf eine Bühne Stelle und singe "Mach dir nicht ins Hemd". Natürlich ist Musik Kunst und da darf man künsteln, aber ich finde es liegt mir einfach nicht. Wenn dann muss das Charakter haben wie zB beim Falco. Aber warum mich in irgendeine Rolle zwängen, wenn ich es einfach in meiner eigenen Sprache, die ich tagtäglich spreche und die mir Spaß macht, sagen kann: Scheiß di net o!
Zum anderen bietet die Mundart für mich humoristische Möglichkeiten, die andere Sprachen nicht haben. Für mich als Österreicher klingt "Du bleda Krampn" einfach weitaus witziger als "Du dumme Kuh" oder "Du blöde Zicke". Wobei für "Krampn" wohl eben gar keine Übersetzung existiert. Das Ganze hat natürlich den Nachteil, dass das mein Zielpublikum beträchtlich schmälert, doch dieses etwas kleinere Zielpublikum, kann ich damit sehr individuell beglücken. Songtexte in "Fremdsprachen" existieren wohl ohnehin im Überfluss und dominieren auch leider den Österreichischen Markt.
Ich habe auch schon englischsprachige Songtexte geschrieben. Was auch seine Vorteile hat. Ich bin auch stolz auf meine älteren Lieder. Jedoch haben die Inhalte meiner Songs, für mich schon einen relativ hohen Stellenwert und das Publikum bzw. mein hier heimisches Publikum bekommt von meinen Mundarttexten doch viel mehr mit als von den englischsprachigen Sachen.
OOEN: Wie wichtig ist dir, dass deine Texte auch verstanden werden und beim Publikum ankommen?
Der Otsch: Wie eben schon erwähnt ist mir das schon sehr wichtig. Ich setze mich nicht umsonst hin und schreibe stundenlang an Texten, wenn ich nicht wollte, dass sich jemand Gedanken darüber macht. Wer mich als Hohle-Phrasen-Drescher sieht, hat mich wohl nicht ganz verstanden.
Ich bin auch der Meinung ein Songtext darf ruhig für jeden ein bisschen etwas anderes bedeuten und es darf jeder etwas anderes hineininterpretieren, Hauptsache er bietet einem irgendetwas. Einen Songtext zu schreiben, den jeder Hörer so versteht, wie vom Schreiberling gedacht, ist meiner Meinung nach kaum möglich. Ich bin jedenfalls keiner, der nicht versucht so viel Sinn und Denkanstoß wie möglich in seine Texte zu packen.
OOEN: Was zeichnet den oberösterreichischen Dialekt aus?
Der Otsch: Schwierige Frage. Ich denke, wir Oberösterreicher versuchen die Dinge nicht so ernst klingen zu lassen und alles ein wenig zu verniedlichen. Die richtigen Hardcore Oberösterreicher sprechen keine harten Konsonanten wie P oder T. Man sagt Broletn (Proleten), Brosdada (Prostata), Borno (Porno), a Haferl Dee (eine Tasse Tee), zwoa Dausnda (2.000 €), etc.
Oder man sagt zB: Wos liegt des pickt. Rien ne va plus klingt für mich gleich viel dramatischer.
OOEN: Ist es nicht auch ein Problem für Dialektmusiker, dass ihr Radius meist nicht so weit reicht? Eine Karriere in Deutschland ist damit ja beinahe ausgeschlossen?
Der Otsch: Man kann es als Problem sehen. Andererseits glaube ich bietet diese kleine Zielgruppe, die meinen Dialekt versteht noch mehr Potential, als man vielleicht glauben möchte. Es stimmt schon, dass eine Internationale Karriere mit Dialektmusik so gut wie ausgeschlossen ist, aber I scheiß mi hoit net o ;).
OOEN: Wer sind für dich die führenden Vertreter der Dialektmusik in Österreich?
Der Otsch: Meine persönlichen Favoriten sind unter anderem Krautschädl, Manuel Normal, Attwenger, Texta, Skero, der blonde Engel, Fotzhobl und ich sag' jetzt einfach mal der Austrofred macht ja irgendwie auch Dialektmusik, wenn er sich auch die letzten Jahre eher auf andere Dinge konzentriert hat. Ich hoffe ich habe niemand wichtiges vergessen. Einen Lukas Plöchl zähle ich jedenfalls nicht dazu.
OOEN: Warum glaubst du, dass Dialektmusik noch immer so wenig im Radio gespielt wird, obwohl sie in den letzten Jahren immer populärer wurde?
Der Otsch: Wenn ich so darüber nachdenke, gibt es nach wie vor desöfteren erfolgreiche Dialektmusik. Vielleicht liegt der geringe Anteil der Dialektmusik im Radio auch einfach daran, dass der Anteil der Dialektmusik am gesamten Musikgeschehen in Österreich gar nicht wirklich hoch ist.
OOEN: Was sind deine Pläne für 2011?
Der Otsch: Urlaub machen, mir einen Bart wachsen lassen und die Weltherrschaft an mich reißen. Nein, Spaß bei Seite. Ein neues Album wird es von mir heuer wohl eher noch nicht geben. Ich werde weiterhin an der Popularität meines Albums (Scheißts eich net o) arbeiten, möglichst viele Konzerte spielen, an neuen Liedern arbeiten und vielleicht das eine oder andere als online Single publizieren. Und Urlaub machen.
Nudismus und seine Folgen!
Die Leute, die mich kennen fragen sich ja desöfteren, wie ich auf den Blödsinn komme, den ich manchmal so von mir gebe. Ich kann es leider selbst auch nicht mehr wirklich nachvollziehen, aber gerade eben habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie schwer man es als richtiger Nudist in unserer heutigen Gesellschaft wohl haben muss. Solange man sich zuhause in seinen eigenen vier Wänden bewegt, dürften sich die Probleme wohl noch in Grenzen halten. Wenn dich die Leute dort sehen, dann fällt das ja wohl eher unter spechteln und eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses hat da wohl eher geringe Chancen.
Betritt man aber ohne die heute handelsüblichen Textilien zur Körperbedeckung die Öffentlichkeit, wird man wohl nicht allzu weit kommen.
Gehen wir mal einen typischen Tag in meinem Leben durch. Ich wohne momentan noch in einer WG mit 7 anderen Leuten. Gut, das sind recht weltoffene Menschen und würden mir morgens wahrscheinlich mit einem "Morgen…gefällt mir dein neuer Anzug" begegnen. Dann mache ich mich auf den Weg zu meinem Arbeitsplatz. Am Weg zur Straßenbahn-Haltestelle würde ich wahrscheinlich bereits 2, 3 Unfälle verursachen und wenn ich nicht schnell genug weg bin, würde ich jetzt bereits zum Posten geschleppt werden. Nehmen wir an ich schaffe es in die Bim. Dort wäre es einerseits wahrscheinlich recht angenehm, weil ich mir den Sitzplatz aussuchen kann. Aber - ich hätte gerade nach dem Personenbeförderungsgesetz in Österreich gegoogelt, allerdings nur das deutsche gefunden (und dabei festgestellt, dass dich ein deutscher Busfahrer nicht mitnehmen muss, wenn du ekelerregende oder ansteckende Krankheiten hast…soviel dazu) - jedenfalls glaube ich aus meiner Schulzeit noch zu wissen, dass es gewisse Bestimmungen dazu gibt und dich ein Bim- oder Busfahrer nicht zwingend mitnehmen muss. Aber angenommen ich komme irgendwie bis an meinen Arbeitsplatz, wahrscheinlich würde mich mein Chef sofort wieder nach Hause schicken, oder mich zwingen mich zu bekleiden. Aber nehmen wir einmal an, mein Chef hat einen schlechten Tag, die halbe Nacht durchgearbeitet und glaubt er halluziniert und ich kann ungehindert meine Arbeit verrichten.
Ich überstehe den Tag unbeschadet bis 12. Mein Magen knurrt. Ich beschließe zum Spar 2 Häuser weiter zu gehen. Die Frau an der Wursttheke fällt in Ohnmacht, ich hole mir also ein Paar Frankfurter zum halben Preis aus der Kühlung. Ich gehe zur Kasse. Die Kassiererin drückt mir 2 Barbie-Überaschungseier in die Hand und bittet mich das Gebäude zu verlassen. Wo man hinschaut nur Nudistendiskriminierung, aber ich sehe darüber hinweg, sage freundlich "Tschüss mit Ü" und lasse im hinausgehen noch absichtlich ein Ü-Ei fallen und hebe es, der Kassiererin meinen Allerwertesten präsentierend, auf.
Zurück im Büro wo mein Chef an einer Flasche Baldriantropfen nuckelt. Um 2 Uhr habe ich eine Videokonferenz mit einer Schweizer Firma. Nach meinem Grüezi wohl richtung Webcam höre ich die Maus der Schweizer klicken. Die Videokonferenz bei der ich mit Hilfe eines Flipcharts erkläre warum Sex sells, steht wenige Minuten später auf Youtube. Ich freue mich zu Feierabend über 3 Millionen Aufrufe des Videos, denn die Schweizer haben beschlossen die Einnahmen aus den kleinen Werbehinweisen im Video zur Gänze mir zu spenden. Ich will gerade gehen läutet noch das Telefon, ich überlege kurz, gehe dann aber doch noch ran. Am anderen Ende der Leitung ist ein Redakteur der Krone Zeitung und fragt mich "Bist du der nackerte von Youtube?". Er bittet mich um ein kurzes Interview und in diesem Moment verliere ich den letzten Funken Hoffnung in uns Österreicher. Da publiziert man über Jahre supergute, frische, neue, sozialkritische Musik und bleibt nahezu unbemerkt im Underground, was mir allerdings nicht viel ausmacht, weil ich kann das eh nicht brauchen, dass mich der Heinzl jede zweite Woche irgendwo deppert anquatscht. Aber durch so eine Aktion innerhalb kürzester Zeit im ganzen Land bekannt zu werden, das stimmt mich traurig. Ich beschließe, mich von der Nibelungenbrücke zu stürzen.
Ich verlasse das Büro. Um mich herum höre ich die Leute flüstern: "Sog amoi is des da…jo des isa". "Nockabazl", schreit der erste. Als ich zu laufen beginne bildet sich nach und nach hinter mir eine Menschentraube. Da ich ja Raucher bin, fällt es mir schwer, aber ich erreiche mit letzter Kraft als erster die Nibelungenbrücke, stelle mich auf das Geländer und erschrocken bleiben die Menschen stehen. Ich beuge mich vor und hebe die Hand um zu signalisieren, dass ich nur noch ein paar Sekunden brauche um wieder richtig Atmen zu können. Ich reiße mich wieder zusammen, richte mich auf und mit ernster Mine verkünde ich: "Nehmt diesen Akt..."…(man hört ein paar Leute kichern)…"...Des is jetzt genau net lustig! Nehmt diesen Akt meiner Verzweiflung als Zeichen meiner tiefen Verachtung gegen die Textilindustrie und das, was Sie aus unserer Gesellschaft gemacht hat!". Mit diesen Worten verabschiede ich mich von dieser Welt.
Man würde also wohl keinen ganzen Tag nackt überleben. Zumindest nicht in einer österreichischen Stadt (In New York soll es ja diesen Naked Cowboy geben, aber der hat ja auch eine Unterhose an.). Deshalb heißt es wohl auch ums nackte Überleben kämpfen.
Was der Bauer net kennt, des frisst er net.
Was der Bauer net kennt, des frisst er net.
So scheint es mir jedenfalls. Headliner am Bründl Open Air 2009 waren Nachlader und The Incredible Staggers, was damals allerdings nicht recht viele Zuschauer aus ihren Häusern locken konnte. Gut, es hat geregnet…oder hat es sogar geschneit…bin mir nicht mehr ganz sicher...ich war allerdings trotzdem beeindruckt, als ich dann letzten Freitag bei (nichts gegen Rock solid racers und Supervision) nicht ganz so prominenten Headlinern vor einem recht beachtlichen Publikum spielen durfte.
Und ich denke ich kann sagen, es war ein voller Erfolg. Auch wenn ich kein großes Transparent mit meinem Namen drauf an der Bühne befestigt habe, sondern auf mein altbewährtes Otsch-Holzschild (dass ich dann in der Eile leider dort vergessen habe *doh*) zurückgreifen musste. Ist vielleicht sogar sinnvoller, denn wenn ich das Holzschild auf der Bühne herumtrage, bewegt es sich ja logischerweise und lenkt die Aufmerksamkeit auf sich und ein jeder denkt sich: "Ah ja, das ist jetzt der Otsch, das schau ma uns an.". Nur ein einziger hat das wohl verschlafen und kam nach dem Auftritt zu mir und fragte mich ob da gerade Supervision gespielt hätten.
Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an den Veranstalter. Veranstaltungen wie diese lob ich mir.



